Tausend Sonnen

Premiere Oktober 2022
ein Projekt zur Wismut und zur Uranförderung in Sachsen
von Tobias Rausch
eine Koproduktion mit den Theatern Chemnitz

Beim Thema Wismut kreuzen sich Geschichten und Geschichte, persönliche, weltpolitische, regionale und globale. Wismut, eigentlich ein unverdächtiges Buntmetall, war der Tarnname des Unternehmens, das in Sachsen und Thüringen unter strenger Geheimhaltung Uran für das sowjetische Atomprogramm förderte. Die Erinnerungen an die Wismut sind widersprüchlich und von Vorurteilen überschrieben: „Ich hab’s vor allem wegen der Kohle gemacht“, erzählt ein ehemaliger Wismut-Kumpel. „Aber es war doch für den Frieden“, hält ein anderer dagegen, „um einen neuen Weltkrieg zu verhindern“.

Auf die ‚wilden Jahre‘ der Wismut, die 1947 durch die sowjetische Besatzungsmacht gegründet worden war, folgte die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft, ein „Staat im Staate“, der bis zu 130.000 Menschen Arbeit bot, überdurchschnittlich zahlte und für medizinische, soziale und kulturelle Einrichtungen sorgte. Man war stolz ein „Wismuter“ zu sein, auch wenn Berge und Täler sich zusehends in Mondlandschaften verwandelten und Menschen aufgrund der radioaktiven Belastung erkrankten. Mit der Wende ging nicht nur die Uranförderung, sondern auch die jahrhundertealte Bergbautradition zu Ende. Während viele Kumpel die Erfahrungen ihrer ostdeutschen Kolleginnen und Kollegen teilten, deren Betriebe geschlossen wurden, begann für die Wismut eine neue Ära: die Phase der Sanierung, die bis heute nicht vollständig abgeschlossen ist.
TAUSEND SONNEN bringt ehemalige Bergleute, Mitarbeiter*innen und Anwohner*innen des weltweit größten Uran-Bergbau-Unternehmens auf die Bühne, die über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Wismut berichten.

Fotos: Sebastian Hoppe